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Le patate a Villafranca 2010

Für alle Nichtitaliener: “Le patate” heißt Kartoffeln und damit sind wir gemeint, die Deutschen – aber dazu später mehr.
Wie schon das Jahr zuvor fand wieder der Austausch mit den Italienerinnen des IstitutoTecnico Commerciale Ettore Bolisani in Villafranca bei Verona statt, der auch diesmal ein voller Erfolg war. Schon bei unserer Ankunft am Bahnhof in Verona wurden wir herzlich empfangen und nach den ersten Annäherungen mit unseren Gastfamilien bekamen wir beim Abendessen Einblicke in das italienische Leben. Am nächsten Tag führten uns die Italienerinnen in kleinen Gruppen auf deutsch durch Villafranca und zeigten uns die schönsten Ecken der Stadt, wobei die ersten auch schon das italienische Kult-Getränk „Spritz“ probieren durften.

AustauschschülerInnen 2010
Nach dem ersten Tag in den Familien ging es am Mittwoch schon nach Venedig. Auch wenn am Morgen noch aqua alta (=Hochwasser) herrschte und es regnete, hatten wir umso mehr Glück, dass sich für uns wenigstens ab und zu die Sonne zeigte. Gleich nach der Ankunft fuhren wir mit dem Vaporetto, über den Canal Grande und hatten so die perfekte Aussicht auf die wunderschöne Stadt. Nach eigener Erkundungszeit, in der wir natürlich fast alle ein „I ♥ Venezia“-Shirt gekauft haben, bekamen wir eine Stadtführung von einer echten Venezianerin, die uns sogar auf Deutsch die schönsten Sehenswürdigkeiten der romantischen Stadt zeigte, wie z.B. die Piazza San Marco und die Ponte di Rialto. .
Doch kurz vor unserer Rückfahrt war noch einmal unser Orientierungstalent gefragt: Wir mussten alleine zurück zum Bahnhof finden - und das ist gar nicht so einfach durch die vielen kleinen Gassen von Venedig. Doch glücklicherweise haben es alle mit mehr oder weniger großen Umwegen geschafft und wir konnten mit dem Zug zurück zu unseren Gastfamilien fahren.
So folgte nach dem aufregenden Tag in Venedig auch schon unser erster Schultag, an dem wir zunächst einmal in Dreiergrüppchen in verschiedene Klassen gesetzt wurden um dort etwas vom italienischen Unterricht mitzubekommen. Aber wie es nun mal so ist, erforschten nicht nur wir das italienische Leben, sondern auch die Italiener begutachteten uns fleißig. Es kommt ja nicht alle Tage vor, dass tedesche bzw. tedeschi zu Besuch sind und so konnte man in manchen Gesprächen auch öfter einmal das Wort „patate“ heraushören. Aber das ist ja nicht böse gemeint, also hoffen wir zumindest.
Am darauffolgenden Tag (Freitag) stand uns schon der nächste Ausflug bevor und obwohl am Tag zuvor die Sonne noch schien, regnete es in Strömen. Doch trotzdem ließen wir uns von dem Wetter nicht einschüchtern: wir fuhren mit dem Bus nach Verona, wo wir zunächst vom Castello aus den schönen Ausblick auf die Stadt genossen und dann gemeinsam das Haus von Romeo und Julia besuchten. Und natürlich fassten wir auch Julia an die Brust, riefen unseren Romeos von ihrem Balkon hinunter und klebten unsere foglietti d’amore zu all den anderen tausend Liebesbriefchen. Danach besichtigten wir die antike Arena von Verona und andere Sehenswürdigkeiten der schönen Stadt.
Am nächsten Tag ging es wieder in die Schule (die Italiener haben ja leider auch samstags Schule), wo wir wieder einen Einblick in den Unterricht bekamen und dann zusammen mit den italienischen Austauschpartnerinnen Plakate mit unseren Resümees über Erfahrungen der Woche erstellten, die wir an unserem großen Abschlussfest am Samstag Abend vorstellten. Das Fest wurde von den Gastfamilien organisiert und es gab reichlich zu essen und zu trinken (für die Deutschen sogar Bier). Später am Abend legten die Italiener dann auch Musik auf und sogar einige Gasteltern, aber auch unserer Lehrerinnen Frau Legge und Frau Jordan schwangen mit die Hüften und so wurde es für uns alle ein wirklich gelungenes Abschlussfest.
Und so näherte sich leider auch schon der letzte Tag unseres Austausches, Sonntag, an dem wir kein „offizielles“ Programm hatten: Ein paar von uns hatten sogar am Ende das Glück italienischen Carneval mitzuerleben. Im Gegensatz zu unseren Faschingszügen wirft man dort nicht mit Süßigkeiten, sondern mit Konfetti, aber das in Massen und auf alles und jeden.
Danach machten viele von uns noch einmal einen Ausflug an den Gardasee und verbrachten dann einen schönen letzten Abschlussabend al bar und in den Familien.
Am Montag Morgen hieß es dann „Arrivederci“ sagen und uns allen fiel der Abschied schwer.
Es war eine wirklich schöne Woche, und wir bedanken uns bei Frau Jordan und Frau Legge, dass sie uns begleitet haben.
Und an alle, die am Austausch teilgenommen haben, noch einmal: Everybody Yeah!

Austausch mit Verona 2009

tl_files/Bilder_Faecher/Italienisch/Austausch 2009/Montag1 (Small).jpgMontag, 20. April 2009

Nach einer fast neunstündigen Fahrt, wurden wir auf dem Bahnsteig in Verona von unseren Austauschpartnern herzlich begrüßt und gleich zu den Familien gebracht. Spätestens nach dem ersten Abend, wurden die anfänglichen Diätpläne über den Haufen geworfen... Die restliche Zeit wurden die meisten von uns durch das kulturelle und heißgeliebte italienische “Big Brother” unterhalten.




Dienstag, 21. April 2009tl_files/Bilder_Faecher/Italienisch/Austausch 2009/Dienstag (Small).jpg

Der nächste Tag wurde uns bereits um halb sieben durch den Wecker eingeläutet - wir mussten in die Schule. Lange Wanderungen blieben uns erspart, weil fast jeder von den Eltern seiner Gastfamilie zur Schule kutschiert wurde. Entgegen unserer Schule war die italienische ziemlich winzig und etwas verfallen, mit abenteuerlichen französischen Stehtoiletten. Im Pausenhof, der an einen Gefängnisvorplatz erinnerte, wurde das Rauchverbot “etwas” lockerer ausgelegt. Das kulturelle Programm wurde fortgesetzt, jeder sollte mit einer selbstgebastelten Collage sich persönlich allen anderen vorstellen. Dabei fiel besonders auf, dass die Italienerinnen mindestens auf jedem dritten Plakat irgendwelche Bilder von Männern aufgeklebt hatten. Danach wurden wir in einzelnen Gruppen aufgeteilt und durch Villafranca geführt. Die Italienerinnen gaben sich große Mühe, die seitenlangen Ausführungen über die Geschichte Villafrancas auf Deutsch vorzulesen und die deutschen Wörter jeweils an den richtigen Stellen zu betonen. Der Nachmittag war zur freien Verfügung. Einige besuchten das Shoppingparadies “Grande Mela” mit seinen unzähligen Klamottenläden. Auch hier war besonders unsere Geduld gefordert, weil einige Geschäfte oft eine große Anziehung auf die Italienerinnen ausübte und sie selten schon nach einer halben Stunde einen Laden verließen. Der Abend endete durch ein weiteres Festmahl.

Mittwoch, 22. April 2009

In Venedig zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und es wurde deutlich, dass wir uns wirklich in Italien befanden und nicht irgendwo im verregneten Deutschland. Mit dem Bus dauerte es einige Zeit, bis wir überhaupt angekommen sind. Das “Schiffstaxi” brachte uns schließlich zum Markusplatz. Wir waren froh, dass es durch die zwischenzeitlich unglaubliche Personendichte nicht schon vorher auf den Grund sank. Wir zogen in Gruppen gleich alleine los, um die Stadt zu erkunden. Vor so ziemlich jedem Souvenirstand mussten wir erst einmal eine Pause einlegen, bis sich die Italienerinnen (wir betonen Italienerinnen) genügend mit Mitbringseln versorgt hatten. Das konnte unter Umständen auch mal einige Zeit dauern. Obwohl wir nicht damit gerechnet hatten, wir Deutsche waren immer um einiges schneller und meistens meilenweit voraus. Nach dieser ausgiebigen Shoppingtour wurde uns noch eine Stadtführung geboten. Wir besichtigten die Markuskirche und wurden mit allerlei besonders wichtigen historischen Daten gefüttert. Das musste allerdings sehr schnell gehen, weil unser Guide Angst hatte, dass wir später das Boot zum Festland verpassen. Also rasten wir durch sämtliche Gassen und warteten dann anschließend eine halbe Stunde auf unsere Rückfahrgelegenheit... Wie schon erwähnt, wir waren immer ziemlich schnell. Wieder in Villafranca angekommen wurden wir wieder einmal ordentlich mit Essen gemästet. Später trafen sich viele in einer Bar, um am nächsten Tag todmüde in die Schule zu kommen.

Donnerstag 23. April 2009

Heute waren wir in der Schule,dort wurden wir in dreier Gruppen in verschiedene Klassen geschickt und durften den „echten“ italienischen Unterricht miterleben. Wir hatten verschiedene Fächer,zum Beispiel hatten wir in einer neunten Klasse Physik ,wo es gerade um 'forza', also Kraft, ging. Es war sehr schwer dem Unterricht zu folgen, doch soviel ich mitbekommen habe ist der Unterricht recht ähnlich wie unserer. Den Nachmittag verbrachten wir alle in unseren verschiedenen Familien.

Bierfest

Direkt in Villafranca war an diesem Wochenende Bierfest. Es fand auf dem Gelände einer Burgruine statt. Es gab natürlich auch jede Menge Bierstände und einige deutsche Biermarken wie Wahrsteiner. Es spielten sogar Livebands auf einer Bühne und sorgten für die passende Stimmung.

Freitag 24. April 2009

Am Freitag hatten wir alle die Möglichkeit, eine der romantischten Städte Italiens zu erkunden.
Zuerst fuhren wir mit dem Bus nach Verona und erhielten eine anschließende Führung, welche uns vor allem über die geschichtlichen Aspekte der Stadt aufklärte.
Danach hatten wir etwas Freizeit, in der die meisten von uns das leckere italienische Eis genossen und die teuren Geschäfte in der Innenstadt erforschten.
Am Ende kam der für die Mädchen wohl schönste Teil. Wir besuchten das
Haus der Julia. Natürlich mussten alle ihre linke Brust anfassen. Die Jungs hatten dabei wohl den meisten Spaß. Der Balkon war zwar total klein, aber wunderschön. Es bestand die Möglichkeit, die Namen von sich und seinem Partner an die Wand, die Treppe oder in ein Buch zu schreiben. Angeblich sollte das Glück bringen. Diejenigen, die in einer Beziehung waren, nutzten diese Möglichkeit voll aus, und schrieben ihre Namen überall hin.
Danach besuchten wir das leider etwas unromantischere Grab von Julia. Die meisten waren etwas enttäuscht, da es sich nur um einen leeren Steinsarg in einer unromantischen Gruft handelte. Nicht gerade das, was man bei der romantischen Geschichte von Romeo und Julia erwartet.
Obwohl dieser unspektakuläre Ort etwas die Stimmung trübte, war es trotzdem ein wunderschöner Tag und die meisten waren glücklich, einen so bekannten Ort gesehen zu haben.

Samstag, 25. April 2009  Giorno della Liberazione

Am Samstag sind wir wieder nach Verona gefahren. Auf der Piazza Bra hat ein Gottesdienst stattgefunden, Flaggen wurden gehisst und anschließen sind wir bei einem Gedenkmarsch, an die Befreiung Italiens am 25.April 1945, mitgelaufen. Danach sind wir über den roten Teppich ins Parlament gegangen. Wir hatten reservierte Plätze und wurden sogar offiziell begrüßt. Vorne etwas erhöht saßen verschiedene Politiker z.B der Bürgermeister von Verona oder der deutsche Botschafter Michael Steiner. Bevor die Reden (die natürlich nur auf Italienisch waren und wir daher teilweise gar nichts verstanden haben) gehalten wurden, haben wir uns umgeschaut und geraten wer wohl der deutsche Botschafter sei. Außerdem haben wir uns die Flaggen angeschaut, die seitlich hinter den Politikern standen. Jedem konnten wir eine Flagge zuordnen....außer zum Deutschen, denn es gab keine deutsche Fahne. Dafür aber eine andere....nämlich die Belgische.... Nach über zwei Stunden waren die Reden vorbei und wir haben draußen auf den deutschen Botschafter gewartet. Er war sehr nett. Hat einigen von uns sogar eine Kopie seiner Rede mitgegeben. Und wir haben ihn natürlich gefragt, ob ihm aufgefallen ist, dass statt der deutschen eine belgische Flagge da war. Er antwortete, dass er es nicht bemerkt habe, weil er die ganze Zeit sehr nervös gewesen sei, weil jemand sein Handy verlegt hatte und er Angst hatte, dass er es nicht wieder bekommen würde...  Nach dem gemeinsamen Ausflug sind wir wieder nach Villafranca zurückgefahren. Am Nachmittag hat jeder von uns etwas mit seiner Gastfamilie gemacht, z.B. einen Ausflug an den Gardasee. Am Abend haben wir uns alle in einer Pizzeria getroffen, dort die sehr leckere Pizzen gegessen und anschließend sind wir wieder auf das Bierfest gegangen.