Leseförderung durch gruselige Literatur?
Krabat, Harry Potter, Bis(s)
zum Morgengrauen: Der Erfolg, den Romane wie diese drei in den letzten Jahren
feierten, belegt, dass das Unheimliche eine große Faszination auf junge (und
nicht mehr ganz so junge) Menschen ausübt. Und auch wenn die genannten
Publikumserfolge jeweils mit spektakulären Verfilmungen aufwarten, konnten
gerade deren auf Papier gedruckten Versionen zuhauf eine oftmals als „lesefaul“
gescholtene Generation zur Lektüre verlocken. Das Schaurige als ein Zugpferd,
mit dem man Jugendlichen das Lesen schmackhaft machen kann? Mit diesem Gedanken
im Hinterkopf haben neun junge Lehrerinnen und Lehrer aus dem Fachseminar
Deutsch des RGW gemeinsam mit 29 Schülerinnen und Schülern der siebten
Jahrgangsstufe im vergangenen Schuljahr 2009/10 einen Projekttag
durchgeführt, bei dem gruselige
Literatur unter verschiedenen Blickwinkeln untersucht, erfahren und gestaltet
wurde.
In Form eines Lernzirkels, der in Ergänzung zum sonst oft analytischen Unterricht handlungs- und produktionsorientierte sowie kreative Methoden der der Texterschließung in den Mittelpunkt stellte, bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Auszüge aus klassischen wie aktuellen Texten, etwa Poes „Maske des roten Todes“ oder Heines „Belsazar“. Die Bandbreite der Arbeitsformen reichte von kreativem Zeichnen über das Umschreiben eines Märchens in eine Ballade hin zur szenischen Darstellung mit Hilfe von Schattenspiel. Ein Büchertisch, den die Schülerinnen und Schüler zwischen den Stationen aufsuchen konnten, um sich über weitere schaurige Werke jenseits der eingangs erwähnten Bestseller informieren und zum Weiterlesen anregen lassen konnten, rundete die Lernangebote ab.
Im Folgenden finden Sie eine kleine Zusammenstellung einzelner Stationen und Impressionen von diesem Projekt zur Leseförderung.
Sebastian Albert